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Chemisches und Veterinäruntersuchungsamt Freiburg Achtung: Dies ist ein Artikel des alten Internetportals! Zur aktuellen Webseite gelangen sie hier Das CVUA Freiburg legt seinen |
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Im Jahr 2004 wurden vom CVUA Freiburg insgesamt ca. 82.000 Proben untersucht, davon über 17.000 Proben bei Lebensmitteln, Bedarfsgegenständen und Umweltproben und rund 65.000 Proben im Bereich der veterinärmedizinischen Diagnostik. Aus der großen Bandbreite der Untersuchungen hier einige Schwerpunkte des Jahres 2004: Neue EU-Regelungen für gentechnisch veränderte Seit April 2004 gelten die komplett neu gefassten EU-Regelungen für gentechnisch veränderte Lebensmittel und Futtermittel. Alle Produkte einschließlich der Futtermittel, die aus gentechnisch veränderten Organismen hergestellt wurden, unterliegen nunmehr der Kennzeichnungspflicht. In 20 % der überprüften Proben waren Bestandteile aus gentechnisch veränderten Pflanzen nachweisbar. Allerdings handelte es sich überwiegend nur um Spurenverunreinigungen von unter 0,1%. Bei den schwerpunktmäßig untersuchten Mais- und Sojaprodukten war ein leichter Rückgang der positiven Proben gegenüber dem Vorjahr festzustellen. Lediglich bei drei Import-Erzeugnissen (Fertiggerichte, Tütensuppen) waren deutlich mehr als 0,9 % an gentechnisch veränderter Soja nachweisbar. Untersuchung von Forellen auf Im Rahmen eines Projektes des bundesweiten Lebensmittel-Monitorings wurden 56 Forellen aus heimischer Fischzucht und aus dem Handel auf Kontaminationen mit Polycyclischen Moschusverbindungen (PCM) untersucht. Diese Stoffe werden in der Kosmetik- und Waschmittelindustrie vermehrt als Duftstoffe eingesetzt und lösen das toxikologisch bedenkliche Moschusketon und andere Nitromoschusverbindungen ab. Während die PCM bisher als relativ unschädlich für die Umwelt und die Bevölkerung galten, gibt es in neueren Studien Hinweise auf eine erhöhte Leberkrebsrate bei Ratten und eine Östrogen-ähnliche Wirkung für einzelne Stoffe aus dieser Gruppe. Die Ergebnisse der Untersuchungen zeigen, dass insbesondere die Stoffe Galaxolid und Tonalid bereits in deutlichem Umfang Einzug in die Nahrungskette genommen haben. Mehrfach Käseproben mit hochgradigem Milbenbefall
Flammschutzmittel in Humanmilch (Muttermilch) Bei der Untersuchung von Humanmilch ist seit einigen Jahren ein neues Stoffspektrum in den Mittelpunkt des Interesses gerückt: Es handelt sich um polybromierte Diphenylether (PBDE), die in großen Mengen als Flammschutzmittel in Kunststoffen, Elektro- und Elektronikgeräten, Dämmmaterialien, Teppichen und Textilien verwendet werden und durch Ausgasung, Verbrennung, Verarbeitung und Recycling in die Nahrungskette gelangen, wo sie sich aufgrund ihrer Eigenschaften im Fettgewebe von Tieren anreichern. Genau wie chlorierte Verbindungen weisen sie die Eigenschaften auf, die zur Einstufung als "persistant organic pollutants" (POPs)" führen: Persistenz, Bioakkumulation, Toxizität und das Potential zum Ferntransport. Dass sie weltweit Einzug in die Nahrungskette gehalten haben, zeigen Untersuchungen von Humanmilch aus verschiedenen Kontinenten. Die PBDE-Gehalte in Baden-Württemberg sind vergleichsweise gering. So ergaben sich 2004 bei etwa 80 % der Proben nachweisbare Gehalte mit dem Median von 1,0 µg/kg Fett (Summe der Hauptkongeneren). Um so auffälliger war der PBDE-Gehalt in einer Humanmilch-Probe mit 296 µg/kg Fett, der sich in einer Nachprobe bestätigte (241 µg/kg Fett). Eine Befragung der Mutter durch das zuständige Gesundheitsamt ergab keinen Hinweis auf die Ursache. Im Jahr 2001 wurde schon einmal in einer Humanmilchprobe aus Baden-Württemberg mit 180 µg PBDE/kg Fett ein Wert in dieser Größenordnung bestimmt. Im Vergleich dazu wurden in einer amerikanischen Studie aus 2003 mit 20 Humanmilch-Proben aus dem ganzen Land PBDE-Gehalte von 9,5 bis 1078 mit einem Median von 58 µg/kg Fett festgestellt. Während in den zwei Einzelfällen aus Baden-Württemberg die PBDE-Höchstgehalte an die Größenordnung von US-Werten heranreichen, sind ansonsten die Durchschnittsgehalte in Deutschland um den Faktor 10 bis 100 niedriger als in den USA. Verbotene Azofarbstoffe in Textilien und Leder
Ein weiterer Untersuchungsschwerpunkt galt der Prüfung auf sensibilisierende Dispersionsfarbstoffe. Da diese Farbstoffe häufig zu allergischen Hautreaktionen führen können, empfiehlt die Expertenarbeitsgruppe "Textilien" des ehemaligen Bundesinstitutes für Verbraucherschutz und Veterinärmedizin (BgVV), sie nicht zur Färbung von Bekleidungsgegenständen einzusetzen. Es wurden insgesamt 139 Proben untersucht. Gesundheitlich relevante Dispersionsfarbstoffe waren in 19 Proben nachweisbar, wobei allein 10 Proben den Farbstoff "Disperse Orange 37/76" enthielten. Kennzeichnungspflicht für Lebensmittelallergene Spätestens Ende November 2005 müssen Lebensmittelallergene gekennzeichnet werden. Die lange geforderte Kennzeichnungspflicht wichtiger allergener Lebensmittelbestandteile wirft in ihrer Umsetzung noch eine Reihe offener Fragen auf. Die wichtigsten Punkte mit Klärungsbedarf sind die Bewertung des Allergen-Eintrags über Kreuzkontaminationen (sog. cross contact), welcher weiterhin von der Kennzeichnungspflicht ausgenommen sein wird, sowie die Frage möglicher Grenzwerte für tolerierbare Allergen-Spuren in Lebensmitteln. Im Jahr 2004 hat das CVUA Freiburg weitere ELISA- und PCR-Methoden zur Allergen-Analytik eingeführt und zur Untersuchung amtlicher Lebensmittelproben eingesetzt. Haselnuss und Sellerie wurden als nicht deklarierte allergene Bestandteile relativ häufig nachgewiesen. Eine abschließende Überprüfung, ob diese Allergene gekennzeichnet werden müssen, ist allerdings nur am Ort des Herstellers möglich. Nach acht Jahren erstmals wieder fünf Tollwutfälle in
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